Ausgabe 2 - November 2008
An einen Kollegen weiterleiten
XML–Authoring — Interview mit Michael Boses
(Fortsetzung – Seite 3)
TCW: Sobald Sie über Standards für Inhalte sprechen, zucken viele Autoren von Inhalten zusammen. Es ist eine Herausforderung, es kann beängstigend sein, auf eine neue Art zu arbeiten, und nicht jeder passt sich mit derselben Geschwindigkeit an. Wie wichtig ist es für Unternehmen, die wahrgenommene Veränderung für die Autoren von Inhalten zu minimieren? Und kann die Einführung eines Autorenwerkzeugs wie Xpress Author für Microsoft Word dieses Problem lösen?
MB: Die meisten von uns glauben, dass die Menschen keine Veränderungen mögen, aber das ist nicht richtig. Die Menschen mögen keine Veränderungen zum Schlechteren. Schauen Sie nur, wie schnell wir iPod® gegenüber CDs, CDs gegenüber Kassetten und, für die Älteren unter uns, Kassetten gegenüber den schrecklichen, wackligen Acht-Spur-Tonbandgeräten bevorzugt haben. Die Menschen lieben Veränderungen zum Besseren.
Leider sind viele der Veränderungen, die wir in der Informationstechnologie zu implementieren versuchen, darauf abgestimmt, die Bedürfnisse anderer zu erfüllen, und der Benutzer weiß das. „Wir verstehen, dass es für die Benutzer etwas schwieriger werden wird, aber die Buchhaltung, das Marketing oder (setzen Sie Ihre Abteilung hier ein) braucht es." Und dann fragen wir uns, warum es für die Benutzer schwierig war, sich der Veränderung anzupassen.
Offen gesagt, die Veränderungen, die erforderlich sind, um die unterschiedlichen Content-Standards, über die wir sprechen, zu erfüllen, müssen das absolute Minimum sein. Die Anwender haben bereits mehr als genug Arbeit! Und die Veränderungen müssen mit Funktionen verknüpft sein, die das Benutzererlebnis und die Produktivität tatsächlich verbessern. In den meisten Fällen, die wir gesehen haben, bedeutet dies, den Autoren zu erlauben, weiterhin in Microsoft Word zu arbeiten. Es war diese Feststellung, die dazu führte, dass wir Xpress Author für Microsoft Word entwickelten, obwohl es sehr schwierig war.
TCW: Können Sie uns ein Beispiel für ein großes Unternehmen mit vielen Inhalten nennen, das Xpress Author eingeführt und die Veränderungen mit minimalen Problemen durchgeführt hat? Wie wurde das erreicht?
MB: Die irische Regierung ist ein wirklich gutes Beispiel, denn es gibt dort einen sehr transparenten Prozess, der sehr gut dokumentiert wurde. Außerdem sind Anwender und Herausforderungen betroffen, mit denen sich beinahe jeder Leser identifizieren kann: Das Kabinett des Premierministers trifft sich jede Woche zur Bearbeitung von Legislativen und anderen Memoranden, die von Mitarbeitern in den sechzehn Abteilungen und Büros der Regierung erstellt wurden. Das Erstellen dieser Dokumente erfordert viel Kooperation; sowohl formelle als auch informelle Prozesse müssen befolgt werden. Die Dokumente selbst werden unter Verwendung von Xpress Author für Microsoft Word in XML erstellt.
Das Interessante an diesem Projekt ist, dass es Tausende potenzieller Autoren auf jeder Ebene und in jedem Bereich der irischen Regierung gibt. Einige Benutzer greifen täglich auf das System zu, die große Mehrheit jedoch wird nur gelegentlich eingesetzt, um diese Art von Dokumenten zu erstellen oder zu korrigieren. Die Nutzbarkeit war für den Erfolg entscheidend, denn bei der Arbeit an einem Dokument für das Kabinett des Premierministers sind Geschwindigkeit und Genauigkeit sehr wichtig, und man kann es sich nicht leisten, mit einer neuen Technologie herumzuprobieren.
Ich glaube, es war für die gesamte XML-Branche ein wichtiger Meilenstein, als die irische Regierung ankündigte, dass es weniger als ein Jahr nach der Einführung 6.500 Benutzer im System gab, die für typische Zusammenkünfte des Kabinetts jede Woche 1.000 Dokument-Nachverfolgungen durchführen.
TCW: An wen können sich unsere Leser, die wissen, dass sie die Art der Erstellung, der Verwaltung und der Auslieferung von Inhalten ändern müssen, wenden, um Informationen über das Dynamic Publishing zu bekommen?
MB: Es gibt mehrere Tagungen zu dieser Technologie und auch Websites, wie The Content Wrangler, die sich auf einen Teil der Lösung, eine bestimmte Dokumentenanwendung oder sogar auf einen speziellen Branchenbedarf konzentrieren, aber es gibt keine Quelle für alle Informationen über das Dynamic Publishing. Deshalb freut sich Quark, den Lesern „The Dynamic Publisher" als diese Quelle zur Verfügung stellen zu können.
Wir freuen uns darauf, dass unabhängige Autoren mit Fachkenntnissen auf dem Gebiet – wie Sie – Beiträge schreiben, und werden Links zu Tagungen und Online-Veranstaltungen und Ressourcen veröffentlichen, damit die Leser weitere Informationen erhalten.
TCW: Vielen Dank für Ihre Zeit. Ich bin sicher, dass unsere Leser viel über Dynamic Publishing erfahren haben, aber wo können sie Sie erreichen, falls sie noch Fragen haben?
MB: Die Leser können mich gern unter mboses@quark.com anschreiben.
