Ausgabe 2 - November 2008
An einen Kollegen weiterleiten
XML–Authoring — Interview mit Michael Boses
Nächste »
Seite 1 | Seite 2 | Seite 3
(Fortsetzung – Seite 2)
TCW: Jetzt haben wir also eine Arbeitsdefinition für Dynamic Publishing, und was ist die Quark Dynamic Publishing Solution?
MB: Die Quark Dynamic Publishing Solution passt genau zu diesem Paradigma. Es handelt sich um ein Software-Paket von Quark und Drittanbietern, mit dem man auf Komponenten basierendes Schreiben, flexibles Seitenlayout und automatisiertes Publishing miteinander kombinieren kann, um maßgeschneiderte, aussagekräftige und ansprechend gestaltete Kommunikationsmittel für mehrere Medienformate, einschließlich Print, Web und mobile Geräte, bereitzustellen. Das Ergebnis sind eine bessere Kommunikation mit den Kunden, betriebliche Effizienz und optimierte Publishingprozesse.
TCW: Welche Unternehmen würden von der Einführung einer Dynamic-Publishing-Lösung profitieren? Können Sie uns einige kurze Beispiele nennen?
MB: Eigentlich kann jedes Unternehmen, das mit seinen Kunden kommuniziert oder gesetzlich zur Veröffentlichung von Informationen für die Kunden verpflichtet ist, vom Dynamic Publishing profitieren. Beispielsweise definieren sich heutzutage die Nachrichtenunternehmen als Medienunternehmen neu, die meisten gedruckten Tageszeitungen bieten auf ihren Websites auch Nachrichten, Video-Clips und andere Neuigkeiten an. Mit Dynamic Publishing können diese Unternehmen Inhalte für Artikel erstellen, die dann ins Internet gestellt und in der Druckausgabe wiederverwendet werden, ohne dass die doppelte Mitarbeiterzahl die Nachrichten für das andere Medium neu schreiben muss – sei es Druck oder online. Sie sehen, wie die Wiederverwendung von Nachrichten Redaktionsprozesse rationalisieren kann, um die Informationen rechtzeitig in die richtigen Medien zu bringen.
Ich möchte Ihnen ein anderes Beispiel aus dem Bereich Marketing nennen. Durch moderne Produktionsverfahren wurde die Herstellung neuer Produkte beschleunigt, aber die Unternehmen haben ihre Marketingansätze noch nicht auf die Unterstützung einer schnellen Markteinführung neuer Produkte umgestellt. Also wird die Markteinführungszeit durch die Unfähigkeit der Marketingabteilungen, Marketingmaterial zur Unterstützung der Einführung neuer Produkte zu erstellen, negativ beeinflusst. Mit Dynamic Publishing können Marketingabteilungen strukturierte Inhalte erstellen und sie in einem zentralen Speicher ablegen. Durch einen automatisierten Vorgang können sie Inhalte abrufen und kombinieren, um unterschiedliche Materialien, wie Web-Inhalte, Begleitmaterial, Direktmails und mehr zu erstellen. Stellen Sie sich vor, der Inhalt zum Erstellen eines Medikamentenetiketts könnte schnell in einer Werbeanzeige wiederverwendet werden. Bei der Änderung von Produktmerkmalen, Bezeichnungen oder des Mottos könnte eine Marketingabteilung den Inhalt im zentralen Speicher aktualisieren und dann die Änderungen in die Objekte einspeisen, die aktualisiert werden müssen. Das Dynamic Publishing beschleunigt den Marketingvorgang stark und hilft, die Markenkonsistenz sicherzustellen.
TCW: Ich habe immer gesagt, dass sich das Publishing-Imperium von Martha Stewart ideal als Kandidat für das Dynamic Publishing eignet. Der tatsächliche Wert, den diese Vorgehensweise für Stewart hat, wäre die Fähigkeit, die Inhalte zu personalisieren und die Informationen genau auf Abonnenten auszurichten. Von der Möglichkeit, personalisierte Inhalte zu liefern, profitiert nicht nur der Abonnent, auch Stewart könnte sehr genau auf die Zielgruppe ausgerichtete Anzeigen verkaufen, die zweifellos eine bessere Wirkung erzielen würden als der Ansatz "wir schalten einfach für alle die gleichen Anzeigen", der das Verlagswesen seit Jahrzehnten dominiert. Wie könnte die Quark Dynamic Publishing Solution Martha Stewart helfen?
MB: Durch die Vorteile, die Sie eben erwähnt haben, wird das Dynamic Publishing zu einem Kinderspiel. Aber die Frage, die sich Martha Stewart und jedes andere Unternehmen stellen muss, ist: „Wie erreichen wir das?" Bei In.vision haben wir das Problem der einfachen Erstellung narrativer XML-Inhalte durch die Benutzer gelöst – aber das war nur eine Hälfte des Problems. Das Erschaffen einer Verbindung, die es ermöglicht, dass Inhalte von einzelnen Autoren, einschließlich der dynamischen Montage, überzeugender Präsentation und der Personalisierung, auf die Sie angespielt haben, zum Verbraucher gelangen, ist unglaublich schwierig. Es gibt Unternehmen, die Jahre und Millionen von Dollar investiert haben, um aus dem Angebot vieler Software-Anbieter eine Lösung zu erstellen – und das Ergebnis war nicht immer das erwünschte.
Aber das ist typisch für neue Technologien. Die Unternehmen, die sie zuerst einführen, bestätigen die Notwendigkeit der neuen Technologie, und schließlich gibt es Lösungen aus einer Hand. Quark bietet als einer der Marktführer Martha Stewart und jedem anderen Unternehmen die Möglichkeit, Dynamic Publishing von einem Marktführer zu erwerben. Die Quark Dynamic Publishing Solution bietet alles, was ein Unternehmen braucht: schnelle Markteinführung, reduzierte Gesamtkosten und langfristige Stabilität.
TCW: Es ist klar, dass Unternehmen, die Inhalte – und nicht nur Textdokumente – erstellen, von der Einführung des Dynamic Publishing profitieren können. Das ist sehr sinnvoll. Aber obwohl der erste Schritt zu einer Lösung der ist, dass ein Content-Problem besteht, habe ich festgestellt, dass viele andere wichtige Punkte berücksichtigt werden müssen, wenn man Dynamic Publishing einführen möchte. Wie wichtig sind Standards – insbesondere Standards für Inhalte – in einer Dynamic-Publishing-Umgebung, und welche spielen heute eine entscheidende Rolle?
MB: Standards gewährleisten, dass die Inhalte nutzbar sind und in einer bestehenden Publishing-Infrastruktur einfach ausgeliefert werden können. In dieser Hinsicht unterscheidet sich das digitale Publishing nicht von der Veröffentlichung auf Papier, es gab immer Standards für die Druckvorbereitung, und viele der heutigen Standards können als „digitale Druckvorbereitung" betrachtet werden. Der wichtigste Standard ist XML und die damit verknüpften Branchenformate wie RSS, EBXML, RIXML, PRISM und andere, die zusammen eine beeindruckende Liste von Akronymen ergeben.
Aber die Tatsache, dass die Liste so lang ist, zeigt, dass Standards, obwohl sie gewährleisten, dass die Inhalte veröffentlicht werden können, die Publishing-Arbeit nicht notwendigerweise erleichtern. Um heutzutage konkurrenzfähig zu bleiben, müssen die Unternehmen alle diese digitalen Standards parallel nutzen. Fügen Sie dem die vielen stark verbreiteten unternehmenseigenen Formate, wie Kindle oder bis vor kurzem PDF, hinzu, wird die Notwendigkeit der Automatisierung durch Dynamic Publishing sehr deutlich.
