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Ausgabe 2 - November 2008

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XML–Authoring — Interview mit Michael Boses

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In diesem Monat präsentieren wir Ihnen ein Interview mit Michael Boses, Director für XML-Produkte bei Quark, über seinen neuen Aufgabenbereich bei Quark, den Bedarf an benutzerfreundlichen Content-Autorenwerkzeugen und die Rolle strukturierter Inhalte im Kontext des Dynamic Publishing.

Interview von Scott Abel, The Content Wrangler.

TCW: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Beitritt zum Quark® Team! Ich finde es aufregend, dass die Produktreihe von In.vision – insbesondere Xpress Author für Microsoft® Word – jetzt unter das Dach von Quark aufgenommen wurde. Ich bin sicher, dass dies ein guter Zug war. Aber bevor wir darüber sprechen, sollten wir mit einer kurzen Vorstellung beginnen. Erzählen Sie uns etwas über sich selbst und darüber, wie Sie zu Quark gekommen sind.

MB: Ich glaube, das war unausweichlich. Sowohl Quark als auch In.vision haben sich auf die Entwicklung von Technologien für die Dokumentenerstellung konzentriert, die die Anforderungen des 21. Jahrhunderts erfüllen. Quark war einer der Pioniere des Desktop-Publishing, ermöglichte die digitale Erstellung von Dokumenten und hat seine unglaublichen Fähigkeiten in letzter Zeit auf das Dynamic Publishing ausgeweitet. In.vision befand sich am anderen Ende des Spektrums der Dokumentenerstellung: Das Unternehmen half Anwendern bei der Benutzung von Microsoft Word zur Erstellung neuer Arten narrativer und textlicher Inhalte. Es ist klar, dass in Microsoft Word erstellte Inhalte für fertige Publikationen in QuarkXPress Layouts eingebaut wurden – und das ist ein perfektes Bild dafür, wie sich die beiden Unternehmen zueinander bewegten, um eine vollständige Lösung für das Dynamic Publishing zu entwickeln.

TCW: Welche Technologien hat In.vision zu Quark mitgebracht, und wie passen sie in die Produktpalette?

MB:

Die Produkte von In.vision konzentrieren sich auf das XML-Authoring – aber mit einem ganz anderen Ansatz als andere XML-Werkzeuge. Wie Sie wissen, bieten XML-Dokumente den Unternehmen einen enormen Wert, denn XML erschafft „intelligente Dokumente", die einfacher durchsucht und in den Unternehmensprozess eingebunden werden können und – für uns der wichtigste Punkt – das Dynamic Publishing unterstützen. Auch wenn dies sehr gut klingt, gibt es einen Haken: XML ist ein sehr technischer Nachfolger von HTML, und die meisten in Unternehmen tätigen Personen kennen es noch nicht einmal, geschweige denn, dass sie das technische Interesse (oder die Zeit) hätten, den Umgang damit zu erlernen. 1998 erkannten wir, dass Autoren eine Methode benötigten, Inhalte direkt in Microsoft Word zu erstellen und dabei auch ohne XML-Kenntnisse einen beliebigen XML-Standard zu benutzen. Viele Leute, darunter auch einige führende Köpfe der XML-Community, sagten, dies sei unmöglich.

Nun, es war nicht unmöglich, aber es war sehr viel Arbeit. Im Jahr 2002 brachten wir die erste Version von Xpress Author für Microsoft Word auf den Markt, und die Software veränderte die Branche des XML-Authoring. Dadurch konnten in den Unternehmen Hunderte oder sogar Tausende von Benutzern XML-Dokumente erstellen, ohne ihre Arbeitsvorgänge zu unterbrechen.

Alle In.vision-Produkte erweitern auf diese Weise die Möglichkeiten zum Erstellen von Dokumenten oder verbinden den Autor mit Netzwerkressourcen wie Content-Management-Systemen oder Datenbanken, die das Einspeisen von Inhalten in Dokumente ermöglichen – eine leistungsfähige Funktion von XML, durch die Autoren sehr viel produktiver werden können. Zwei der großartigen Merkmale von Quark und In.vision sind, dass sich die Produkte nicht überschneiden, sondern dass sich alle unsere Produkte ergänzen.

TCW: Sie erwähnten das Dynamic Publishing. Wie viele Leute wissen, setze ich mich sehr hierfür ein, insbesondere, wenn es zu einer starken Kostenreduzierung bei der Inhaltserstellung, einer Reduzierung der Verwaltungskosten und gleichzeitig zu einer Verbesserung des Kundenservice führt. Ich habe jedoch festgestellt, dass es beim Begriff „Dynamic Publishing" viele Missverständnisse gibt. Was genau bedeutet Dynamic Publishing?

MB: Nun, bevor ich „Dynamic Publishing" definiere, ist es wichtig, die Notwendigkeiten und die Dynamik zu erklären, die zum Paradigma des Dynamic Publishing geführt haben.

Beispielsweise hat während des letzen Jahrzehnts das Internet die Art und Weise, wie man Informationen findet, grundlegend verändert. Wo wir uns früher auf Bücher, Zeitschriften, Zeitungen und andere Druckmaterialien verließen, wenn wir Informationen brauchten, suchen wir jetzt im Internet und nutzen es als Hinweis auf Druckmaterialien, wenn wir genauere Informationen wünschen. Die Verbreitung mobiler Geräte und ihre Fähigkeit, uns Informationen direkt in die Hand zu geben, haben auch unsere Erwartungen im Hinblick auf die Geschwindigkeit, mit der wir Informationen bekommen, verändert. Dies führt dazu, dass man Informationen schnell erwartet, sie sollen relevant oder auf die Person und ihre Interessen ausgerichtet sein, und in vielen Fällen möchte man Teil des Kommunikationsprozesses sein.

Diese Anforderungen haben die herkömmliche Art, Printmaterialien zu erstellen, in Frage gestellt und sich zum heutigen Ansatz des Dynamic Publishing entwickelt, der durch die schnelle Auslieferung maßgeschneiderter Informationen in unterschiedlichen Formaten charakterisiert ist. Mit anderen Worten: Das Dynamic Publishing ist eine andere Art der Erstellung und Verbreitung von Informationen. Die Grundannahme ist die Erstellung wiederverwendbarer Informationskomponenten, die einfach für unterschiedliche Zwecke kombiniert werden können – für unterschiedliche Dokumentenarten und für unterschiedliche Zielgruppen. Das Dynamic Publishing automatisiert auch den Vorgang der Seitenformatierung, also kann man aus einer einzigen Informationsquelle automatisch Print-, Web- und elektronische Inhalte erstellen.

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