Ausgabe 3 - Januar 2009
An einen Kollegen weiterleiten
Web-to-Print: Publishing ohne Grenzen
von Bernd Zipper
Punktgenau. Hochindividuell. Flexibel. Intelligent. Soll man die Vorteile von Web-to-Print beschreiben, kommt man
zwangsläufig immer wieder auf diese vier Begriffe zurück. Aber was ist „Web-to-Print” wirklich?
Zusammenfassend betrachtet bedeutet Web-to-Print nichts anderes als: Dynamische Erzeugung von Druckvorlagen über
einen Onlineservice unter Einbeziehung der entsprechenden Businessprozesse. Besser erklärt: über einen Server
im Internet, sei er nun bei der Agentur, der Druckerei oder beim Mediendienstleister, wird eine Druckvorlage live vom
Kunden via Internetbrowser erzeugt. Im Hintergrund werden die Businessprozesse, also das Erzeugen von Rechnung, Lieferschein
etc. automatisch angestoßen. Für den Kunden ist die Erzeugung einer Druckvorlage kein Problem. Alles, was er
dazu benötigt, ist sein Computer und ein Internetbrowser. Vorkenntnisse in Sachen Druckvorstufe sind nur in seltenen
Fällen notwendig. Meist wird der Kunde vom System geleitet – oder kann sich aus einer Reihe von Vorlagen sein
Gestaltungsmuster aussuchen. Hat er eine Vorlage ausgewählt, befüllt er diese mit Text und – sofern das System
dies vorsieht – mit Bildern, Logos etc. – letztlich unterscheidet sich dieser Prozess nur wenig vom Ausfüllen
eines Formulars im Internet. Mittlerweile haben sich hunderte, wenn nicht sogar tausende von Anwendungen im Markt bewährt.
Was für den Anwender einfach und simpel erscheint, bedarf im Hintergrund einer intelligenten Serverstruktur. So muss unter anderem gewährleistet sein, dass die von ihm „verursachten” Daten auch drucktechnisch zu verarbeiten sind. Hier kommen dann Servertechnologien wie der QuarkXPress® Server zum Einsatz. So setzt zum Beispiel die Infowerk AG aus Nürnberg die Quark® Technologie ein, um den hauseigenen Online-Print-Shop www.printeria.de mit der notwendigen Technik auszustatten. Printeria-Kunden können kostenlos eine Software – von Infowerk „digital printlab” genannt – online oder auf dem eigenen Rechner anwenden, um zum Beispiel Fotobücher zu erzeugen. Im Hintergrund verrichtet hier Technologie von Quark ihren Dienst: Sowohl die kostenlosen Templates, wie auch die späteren Druckdaten werden via QuarkXPress Server realisiert.
Für den Kunden ist ein Web-to-Print System – je nachdem (pardon) welcher Generation er
angehört –
entweder gewöhnungsbedürftig oder selbstverständlich. Auch für ihn liegen die Vorteile auf der Hand.
So können in Vertriebsstrukturen, die bisher autark, ohne jede Berücksichtigung des Unternehmensdesigns (CD)
Druckvorlagen „gebastelt” haben, nun Außendienstler oder Zweigstellen auf Basis der fest
definierten Designgrundlagen auf einem Internet-Server arbeiten. Sprache, Farben, Schriften und andere Designfaktoren
können vom System vorgegeben werden und erlauben so dem Endanwender, nur die Bereiche zu ändern, in denen er
kompetent ist. Beim Beispiel einer Visitenkarte sind dies seine Adressdaten – bei einer Anzeige im Foodbereich
könnten dies auf den lokalen Markt abgestimmte Preise sein. Ein weiterer Vorteil für den Kunden ist die unbegrenzte
Verfügbarkeit des Systems. Das heißt, er hat das System 24 Stunden zur Verfügung und kann dann an seinen
Vorlagen arbeiten, wenn er Zeit dazu hat. Manche Systeme ermöglichen sogar ein Tracking – eine Produktionsverfolgung
– seines Jobs und bieten ein umfassendes Kundenworkflow-System. Mittlerweile verstehen viele Unternehmen Web-to-Print
als Werkzeug zur Steuerung und Organisation eigener Prozesse und greifen gerne auf das Know-how eines externen Dienstleisters
zurück, der sie dabei begleitet.
Diese „Evolutionsstufe” von Web-to-Print wird gerne als Marketing-Cockpit oder auch als Brandmanagementtool
bezeichnet. Die Firma pi-consult zum Beispiel hat QuarkXPress Server integriert und bietet ein Werkzeug an, das Workflows,
Assets und Prozesse in Marketingabteilungen in den Griff bekommt. Brandmaker™ ist unter anderem im Einsatz bei der
Commerzbank und der DekaBank. Neben dem Brandmanagement erleichtert das Tool während des Erstellungsprozesses die
Abstimmung von Printmedien und Medienvorlagen zwischen Marketingmitarbeitern und Agentur. Die Erstellung von Vorlagen erfolgt
über direkt verwaltete Assets, wie zum Beispiel QuarkXPress Dateien – das Rendering übernimmt im Hintergrund
QuarkXPress Server. Für den Anwender entsteht ein Handhabungsgefühl wie bei desktop-ähnlichen Anwendungen.
Für Korrekturprozesse und zur Kommentierung kann der Anwender in den bereitgestellten Dokumenten blättern und
entsprechende Kommentare einbringen. Nach Abschluss des Korrektur- oder Abstimmungsprozesses wird das Dokument inklusive
Kommentaren über Brandmaker wieder an den Ersteller übermittelt, dieser kann dann die Änderungen im
Web-to-Print-Modul durchführen. Durch diese „Back-Office”-Organisation werden gerade für große
Unternehmen viele Arbeitsabläufe vereinfacht – und vor allem: protokolliert.
Web-to-Print – und ähnliche auf intelligenten Onlinestrukturen basierende Internetanwendungen – sind das Publishing der Zukunft. Für Marketinganwender, für Drucker, für Kreative und für Otto Normalverbraucher – Web-to-Print eröffnet Märkte über Grenzen und Generationen hinweg – Es ist Zeit, einmal über die vielen Vorteile nachzudenken.
